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Literaturhaus Nürnberg e.V.

Luitpoldstraße 6
90402 Nürnberg
Telefon 0911 2342658

Programm - Menschenrechte

Frau mit dunklen Zöpfchen und Brille, lächelnd

Sharon Dodua Otoo: So, in etwa, ist es geschehen

Dienstag, 10. November, 19 Uhr

Über die Wut und eine Selbstermächtigung

Sie sind auf dem Weg nach Timmendorfer Strand: Amata und ihr Chef Brockhaus. Amata ist in Eile, ihre Mutter wartet, wie jedes Jahr am 3. Mai. An diesem Tag jährt sich der Untergang der Cap Arcona, jene Katastrophe gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, die ihr Großvater nur knapp überlebt hat. Die Hitze drückt, die Fahrt zieht sich, Brockhaus redet ununterbrochen, und Amata verliert die Fassung – mit fatalem Ausgang. Ein kurzer, rasanter Roman über die Zumutungen der alltäglichen Beziehungen und die Verflechtungen von afrodeutscher Geschichte und Gegenwart.

Moderation: Katharina Erlenwein

Mittelalter blonder Mann, blaues Hemd

Tobias Lehmkuhl: Keine von uns. Das Leben der Irmgard Keun

Montag, 30. November 2026, 19 Uhr

Die Starautorin der Weimarer Republik wurde im Exil fast vergessen

Als Irmgard Keun 1931 die literarische Bühne betritt, ist das ein Ereignis. Mit Mitte zwanzig wird sie über Nacht zum Star, schafft mit „Gilgi – eine von uns“ oder „Das kunstseidene Mädchen“ unvergessliche Frauenfiguren. Doch dann übernehmen die Nazis die Macht. Irmgard Keun emigriert nach Amsterdam, führt im Exil eine stürmische Beziehung mit Joseph Roth, pflegt Freundschaften mit Heinrich Mann und Stefan Zweig. 1940 kehrt sie heimlich nach Deutschland zurück und tauscht Exil gegen Perspektivlosigkeit in der Diktatur. Nach dem Krieg porträtiert sie ihre Zeitgenossen mit Witz und Scharfblick, ist befreundet mit Heinrich Böll – und kann als Autorin, überschattet von persönlichen Tragödien, doch nicht wieder richtig Fuß fassen. Ein schillerndes Leben mit frühem Ruhm, dem Vergessenwerden im Exil und der späten Wiederentdeckung zu Lebzeiten, das Tobias Lehmkuhl in seiner facettenreichen Biografie beschreibt.

Moderation: Dirk Kruse