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Literaturhaus Nürnberg e.V.

Luitpoldstraße 6
90402 Nürnberg
Telefon 0911 2342658

Programm des Literaturhaus e.V.

Unser Programm

 Liebe Literaturbegeisterte,

das aktuelle Programm des Literaturhaus Nürnberg e.V. finden Sie hier. Wir freuen uns auf Ihren Besuch unserer Lesungen! Karten hierfür können Sie online erwerben, unter jedem Programmpunkt werden Sie zum Kartenvorverkauf bei eventim weitergeleitet.
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Der Einlass zu unseren Veranstaltungen beginnt jeweils um 17.30 Uhr. So können Sie vor den Lesungen das reichhaltige Angebot unseres Restaurants genießen.  
Platzreservierungen sind leider nicht möglich.

Ihr Programmteam des Literaturhaus Nürnberg e.V.

Meike Winnemuth mit Buch auf dem Sofa.

Meike Winnemuth: Eine Seite noch

Donnerstag, 3. September, 19.00 Uhr

 Berührendes, Kurioses, Wissenschaftliches, Persönliches, Verbindendes rund ums Lesen.

Es gibt Bücher, an denen man wächst und solche, an denen man scheitert. Bücher, die einen begeistern, gefangen nehmen, nicht mehr loslassen. Die einen empören, verstören, überfordern, zum Lachen oder zum Weinen bringen. Meike Winnemuth, Autorin und Meisterin von Selbstversuchen ist zurück und widmet sich nach Weltreise und Garten einer weiteren Passion: dem Lesen. Von Seneca über Tolstoi zu Virginia Woolf und Sally Rooney, von der Bibel bis Fourth Wing liest sie einen Sommer lang alles, was ihr in die Finger kommt und resümiert: Lesen macht das Leben eine Nummer größer.

Moderation: Dr. Susanne Stemmler

Philip Krömer: nôt

Montag, 28.9., 19 Uhr

Ein überbordendes Requiem auf die Liebe

Der Erlanger Schriftsteller und Kurator Philip Krömer, Jahrgang 1988, ist Literat aus Überzeugung: Seine Romane „Ymir“ und „Kumari“ sowie der Erzählungsband „Ein Vogel ist er nicht“ wurzeln in historischen Fakten und fesseln mit gewitzter Fantasie. Im neuesten Werk „nôt“ verstrickt er das Nibelungenlied mit einem sehr heutigen Beziehungsgeflecht. Auf einem abgelegenen Winzerhof lesen, lieben und zechen Gäste und Belegschaft. Dabei birgt die Nähe von Literatur und Leben eine unbekannte Gefahr. Krömer serviert satirisch den „letzten Liebesroman“ – und die passende Weinempfehlung dazu.

Moderation: Katharina Erlenwein

Frau mit kurzen Haaren und weißem Pullover, sitzend vor einer Tür

Angelika Klüssendorf: Trost

Donnerstag, 15. Oktober, 19 Uhr

Über die Liebe, Entzweiung und die Sehnsucht nach Zugehörigkeit

Ein Jahr, das alles verändert: 2022. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich aus der Welt. Für die siebzehnjährige Jane bekommt das Leben erste Risse. Zu Rita, ihrer Stiefmutter, hat sie eine tiefe Bindung. Und wie soll sie mit einem Krieg umgehen, dessen Gewalt sie nicht begreifen kann? Wird ihre Freundschaft mit Lea dieses abgründige Jahr überdauern? Joachim, ein Analphabet in der Seelenliebe, begegnet dagegen mit Ende sechzig einer unverhofften Liebe, die er nicht hinterfragen muss. Ein trotzig-heiterer Roman von beklemmender Aktualität, der nach Trost fragt in einer Welt, die aus den Fugen geraten ist. Und: „Ein großer Roman über die deutsche Gegenwart und Befindlichkeit“ (Frankfurter Rundschau)

Moderation: Dr. Susanne Stemmler

Frau mit dunklen Zöpfchen und Brille, lächelnd

Sharon Dodua Otoo: So, in etwa, ist es geschehen

Dienstag, 10. November, 19 Uhr

Über die Wut und eine Selbstermächtigung

Sie sind auf dem Weg nach Timmendorfer Strand: Amata und ihr Chef Brockhaus. Amata ist in Eile, ihre Mutter wartet, wie jedes Jahr am 3. Mai. An diesem Tag jährt sich der Untergang der Cap Arcona, jene Katastrophe gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, die ihr Großvater nur knapp überlebt hat. Die Hitze drückt, die Fahrt zieht sich, Brockhaus redet ununterbrochen, und Amata verliert die Fassung – mit fatalem Ausgang. Ein kurzer, rasanter Roman über die Zumutungen der alltäglichen Beziehungen und die Verflechtungen von afrodeutscher Geschichte und Gegenwart.

Moderation: Katharina Erlenwein

Älterer Mann mit Glatze, dunkler Pullover

Hanns Zischler: Yumikos Paravent

Mittwoch, 18. November, 19 Uhr

Ein Roman über Nähe, Distanz und eine Spurensuche

Gibt es Nähe, die (nur) in der Distanz überlebt? Klug und poetisch erzählt der Autor und Schauspieler Hanns Zischler die faszinierende Liebesgeschichte einer Modemacherin, die zwischen Berlin und Japan zwei Leben führt. Die Nachricht vom plötzlichen Tod ihrer Mutter Johanna im fernen Japan erreicht Hanaka Wochen zu spät. Sie reist nach Kobe, um Johannas Modeatelier aufzulösen. In einer unvollendeten Leinenjacke findet sie ein ganzes Bündel Luftpostbriefe – von einem einzigen Absender, dem Berliner Maler Kusmín. Offenbar haben die beiden nach Johannas Wegzug aus Berlin über zwanzig Jahre eine intime, innige Brief-Beziehung geführt. Die überraschte Tochter begibt sich auf eine Spurensuche, die auch in ihre eigene Vergangenheit führt.  

Moderation: Dr. Susanne Stemmler

Mittelalter blonder Mann, blaues Hemd

Tobias Lehmkuhl: Keine von uns. Das Leben der Irmgard Keun

Montag, 30. November 2026, 19 Uhr

Die Starautorin der Weimarer Republik wurde im Exil fast vergessen

Als Irmgard Keun 1931 die literarische Bühne betritt, ist das ein Ereignis. Mit Mitte zwanzig wird sie über Nacht zum Star, schafft mit „Gilgi – eine von uns“ oder „Das kunstseidene Mädchen“ unvergessliche Frauenfiguren. Doch dann übernehmen die Nazis die Macht. Irmgard Keun emigriert nach Amsterdam, führt im Exil eine stürmische Beziehung mit Joseph Roth, pflegt Freundschaften mit Heinrich Mann und Stefan Zweig. 1940 kehrt sie heimlich nach Deutschland zurück und tauscht Exil gegen Perspektivlosigkeit in der Diktatur. Nach dem Krieg porträtiert sie ihre Zeitgenossen mit Witz und Scharfblick, ist befreundet mit Heinrich Böll – und kann als Autorin, überschattet von persönlichen Tragödien, doch nicht wieder richtig Fuß fassen. Ein schillerndes Leben mit frühem Ruhm, dem Vergessenwerden im Exil und der späten Wiederentdeckung zu Lebzeiten, das Tobias Lehmkuhl in seiner facettenreichen Biografie beschreibt.

Moderation: Dirk Kruse

Grauhaariger Mann mit Brille

Tommie Goerz: Der Baum

Montag, 7. Dezember 2026, 19 Uhr

 Der letzte Roman des im März verstorbenen fränkischen Bestseller-Autors

Als Tommie Goerz im ausverkauften Literaturhaus am 10. im Februar 2025 die offizielle Buchpremiere seines neuen Romans „Im Schnee“ feierte, war er schon vom Krebs gezeichnet. und redete ganz offen darüber. Dass dieser Roman sein erster Bestseller wurde, hat Tommie Goerz noch erlebt und genossen. Leider starb der große Erlanger Autor am 14. März 2026. Bis zuletzt arbeitete er an seinem neuen Roman Buch „Der Baum“, der das nun posthum erscheint. In diesem dem Roman über einen fränkischen Gastwirt wider Willen setzte Tommie Goerz fort, was er mit „Im Tal“ und „Im Schnee“ auf literarisch beeindruckende Weise begonnen hatte. Er erzählte vom Vergehen der Zeit, vom Einzelnen im Angesicht der großen Veränderungen in der Welt und von Menschen, die den Widrigkeiten ihres Lebens trotz allem so etwas wie Glück abgewinnen.

Der Schauspieler Thomas Loibl liest Passagen des Romans. Der Lektor Hannes Ulbrich spricht über seine Begegnungen mit dem Autor.

Moderation: Dirk Kruse

Mittelalter Mann mit Hemd, sepiafarben

Edgar Selge: Juras letzter Winter

Montag, 14. Dezember, 19 Uhr

Eine deutsch-russische Begegnung über die Geschichte hinweg

Achtung, anderer Eintrittspreis: 20 Euro, ermäßigt 10 Euro.

Die 872 Tage dauernde Blockade Leningrads durch die deutsche Wehrmacht 1941-44 ist angesichts vieler weiterer Kriegsverbrechen wenig in unseren Köpfen präsent. Das Tagebuch des 16-jährigen Jura Rjabinkin ist hingegen überliefert: Ein erschütterndes Zeugnis davon, wie die hungernde Bevölkerung litt. Der vielfach ausgezeichnete Schauspieler Edgar Selge, der im Alter von 73 Jahren mit dem Roman „Hast du uns endlich gefunden“ (2021) ein fulminantes Debüt als Schriftsteller gegeben hat, spürt diesem Jura nach. Er erfindet einen Erzähler, der beim Lesen des Tagebuchs dem verhungerten Jugendlichen immer näher kommt. Zwischen den beiden entspinnt sich ein Austausch über Jugend, Träume, Literatur, Mütter, Gewalt, Fremdheit und Nähe, sie geben einander ihre persönlichsten Geschichten preis.

Moderation: Katharina Erlenwein