Literaturhaus Nürnberg e.V.

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Helmut Böttiger: Die Jahre der wahren Empfindung. Lesung und Gespräch

Mittwoch, 6. Juli 2022, 19.00 Uhr

Die 70er Jahre? War das nicht die belangloseste Literaturdekade von allen? Weinerliche Romane der neuen Innerlichkeit und schmucklose Alltagslyrik? Ein bisschen auch das, sagt Helmut Böttiger. Doch vor allem zeichnet sich die deutsche Literatur der 70er Jahre durch eine enorme Aufbruchsstimmung aus. Nie wieder wurde, beeinflusst von der amerikanischen Beat-Generation, etwa so viel Lyrik geschrieben und gelesen, die wirklich etwas mit dem Leben der Menschen zu tun hatte. Rolf Dieter Brinkmann, Peter Rühmkorf, Nicolaus Born oder Jürgen Theobaldy waren viel gelesene Lyriker, deren Rang noch heute Bestand hat. Autoren wie Christoph Meckel und Bernward Vesper setzten sich mit ihren Nazivätern auseinander. Der junge Peter Handke trat wie ein Popstar auf und legte mit Büchern wie „Wunschloses Unglück“ oder „Die Stunde der wahren Empfindung“ den Grundstein seines Ruhms als späterer Nobelpreisträger. Heinrich Böll dagegen bekommt den Literaturnobelpreis schon 1972, während Kollege Günter Grass noch bis 1999 warten muss. Wolf Biermann wird ausgebürgert und in der DDR schreiben Christa Wolf und Sarah Kirsch, Volker Braun und Heiner Müller wegweisende Werke. Und sogar die komische Literatur erschreibt sich mit Wilhelm Genazino, Eckard Henscheid oder Robert Gernhardt ihren Rang in der Literaturgeschichte. Fazit: Die Literatur der 70er war wildwuchernd und nicht auf einen Nenner zu bringen, aber spannend, innovativ und inspirierend.

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