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Literaturhaus Nürnberg e.V.

Luitpoldstraße 6
90402 Nürnberg
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Ronya Othmann: Vierundsiebzig

Freitag, 19. April 2024, 19 Uhr

 

Die schriftstellerische Annäherung an das Leiden verfolgter Eziden in Syrien und der Türkei

Ronya Othmann hat uns mit ihrem Romandebüt „Die Sommer“ tiefe Einblicke in das Leben der ezidischen Bevölkerung in Syrien an der Grenze zur Türkei gegeben und das schwierige Ankommen von Geflüchteten in Deutschland beschrieben. In ihrem neuen Roman „Vierundsiebzig“ versucht sie erneut, dem Grauen eine Sprache zu geben und denkt zugleich über die Unmöglichkeit nach, so etwas zu erzählen. Es geht um den Genozid an der ezidischen Volksgruppe durch IS-Terroristen im Jahr 2014 in Shingal – den vierundsiebzigsten insgesamt an dieser unterdrückten Minderheit. Ronya Othmann, Tochter eines ezidisch-kurdischen Vaters und einer deutschen Mutter, geht dahin, wo es schmerzt, in Camps und an Frontlinien, in die Wohnzimmer der Überlebenden in Deutschland und zur Frage, wie sie als Journalistin und Schriftstellerin mit dem eigentlich Unsagbaren umgehen kann.

„Ronya Othmann erschafft ein Werk von ungeheurer Dichte, notwendiger Klarheit und Härte, eine radikal poetische Form dokumentarischen Erzählens. Ihre Stimme ist eine der Diaspora, die auch in den Lesenden tiefe Spuren hinterlässt.“ (Rowohlt-Verlag). Wie Othmann vom Leiden eines vergessenen Volkes erzählt und dabei ihre Rolle als mittelbar beteiligte Berichterstatterin klug hinterfragt, ist absolut lesenswert.

Moderation: Katharina Erlenwein