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Thomas Medicus: „Heinrich und Götz George. Zwei Leben“ / Lesung und Gespräch

Montag, 6. Dezember 2021 · 19.00 Uhr

Heinrich und Götz George waren, jeder in seiner Zeit, berühmte und beliebte Volksschauspieler. Und sie waren Vater und Sohn. Heinrich George war der Theaterkönig in der Weimarer Republik, der auch in berühmten Filmklassikern wie „Metropolis“ oder „Berlin Alexanderplatz“ Starruhm errang. Im 3. Reich ging seine Karriere nahtlos weiter, weil er mit den Nationalsozialisten kollaborierte, sich gut gelaunt auf den Reichsparteitagen in Nürnberg präsentierte und bei Goebbels berühmter Sportpalastrede den totalen Krieg bejubelte. In unrühmlichen Propagandafilmen vom antisemitischen Hetzfilm „JudSüß“ bis zum Durchhaltespektakel „Kolberg“ spielte George Hauptrollen. Er starb 1946 im sowjetischen Lager Sachsenhausen. Da war sein Sohn Götz George erst acht Jahre alt, doch der Schatten seines berühmten Vaters spornte ihn zu Höchstleistungen an. Er verdiente sich erste Sporen in den Karl May-Filmen der 60er Jahre und prägte im Tatort einen ganz neuen Polizeiermittler. Als Horst Schimanski wurde er der beliebteste Fernsehkommissar aller Zeiten. Und in Satiren wie „Schtonk“ oder „Rossini“ und Charakterrollen wie in „Der Totmacher“ als Massenmörder Harmann zeigte Götz George, dass er unglaublich vielseitig war. Dem Franken Thomas Medicus, der zuletzt in „Heimat. Eine Suche“ und dem Reportagebuch „Nach der Idylle“ deutsche Befindlichkeiten analysierte, ist mit dieser Doppelbiographie ein großer Wurf gelungen. Gründlich, schillernd und sehr politisch.

 
 
 

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