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Literaturhaus Nürnberg, Luitpoldstraße 6
Dienstag, 7.5.2019, 20.00 Uhr
Abbas Khider

„Die Deklination ist wirklich das Schlimmste, was die Deutschen neben dem Artikel und dem Sturmgewehr erfunden haben … Diese Sprache ist … ein Ungeheuer, was ihre Komplexität und Ausdrucksmöglichkeiten anbelangt.“ So bilanziert der aus dem Irak eingewanderte Abbas Khider seinen Weg zum vollendeten Deutsch. Seine Romane von „Der falsche Inder“ bis „Ohrfeige“ – bei uns 2016 in einer eindrucksvollen Lesung vorgestellt – wurden vielfach ausgezeichnet. 2017 erhielt er als „sprachsensibler Beobachter“ den Adelbert-von-Chamisso-Preis.

1973 in Bagdad geboren, geriet er mit 19 wegen Oppositionsverdachts ins Visier der Ordnungshüter von Saddam Husseins Regime. Nach zweijähriger Gefängnishaft entlassen, entkam er 1996 trotz Dauerüberwachung aus dem Irak. Nach vier Jahren Odyssee strandete er in Bayern – mit einer Startbasis von drei Begriffen: „Hitler, Scheiße, Lufthansa“. Bei der Erweiterung seines Wortschatzes verliebte er sich vor allem in Komposita: z.B. Nahrungsmittelunverträglichkeit und Kummerspeck. Wie typisch deutsche Herausforderungen zu bezwingen sind, schildert Khider bei der Lesung aus seinem brillanten neuen Buch: „Deutsch für alle“ (Hanser) vereint seine Erfahrungen und Erkenntnisse im Alltag, in Sprachkursen, beim Studium von Literatur und Philosophie sowie seine Reformvorschläge für „wohltemperiertes Deutsch“ – Sprachwunder inklusive persönlicher Humorstrategie in Literatur und Leben.

„Subversives Vergnügen“
(BR2).

„Khider beherrscht einen tiefgründig-leichten, ja heiteren Erzählton … Das Faszinierende an dieser Lektüre sind die dazugehörigen Erfahrungen mit der alten und der neuen Heimat, die Khider seinen Sprachkurskapiteln unterlegt.“
(Gerhard Zeilinger, „Der Standard“, 16.2.2019)

Moderation: Karlheinz Bedall

Eintritt: 12,– €, ermäßigt für Schüler und Studenten: 6,– €

Kartenvorverkauf im Literaturhaus Nürnberg
und in der Bahnhofsbuchhandlung Schmitt & Hahn.

Abendkasse und Einlass am 7.5.2019: ab 18.30 Uhr

Aus organisatorischen Gründen leider keine Kartenreservierung per Mail möglich.

Vor der Veranstaltung bietet Küchenchef Bernd Rings auf die Lesung abgestimmte Gerichte.

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